Werner Schwarz

 

Studium der Bildenden Kunst an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler (BBK)

 

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

 

1989 Altes Rathaus, St. Wendel

1990 Stadtmuseum St. Wendel

1993 Galerie im Hof, St. Wendel

Landeskunstausstellung Kunstszene Saar, Saarlouis

1994 Saarländische Künstler für UNICEF

Galerie Marlies Hanstein, Saarbrücken

1995 Galerie im Zwinger, St. Wendel

1997 Landeskunstausstellung Kunstszene Saar, St. Ingbert

1999 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken ”Kunst im Kasten”

Kunstzentrum Bosener Mühle

2000 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (”WORT BILD 2000”)

2002 Kunstverein Obere Nahe, Idar-Oberstein

2002 - 2006 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (Jahresausstellungen des BBK)

2003 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (”DIN-Art 1”)

2006 Stadtmuseum St. Wendel (”Alles Fußball – oder was?”; )

2007 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (”CAMOUFLAGE”)

Stadtmuseum St. Wendel (Sommerforum 2007 – mit Papier;

”Holzschnitte”

2015 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken („Heldenmythen – Heldentaten – Heldentod“)

2015, Atelier EFWEde, Mackenbach

 

Bibliografie:

 

Kunstszene Saar - Landeskunstausstellung 1993, S. 96, 97

Kunstszene Saar - Landeskunstausstellung 1997, S. 126, 127

Kunst im Kasten – Saarländisches Künstlerhaus, Ausstellungskatalog, 1999, S. 363, 489

Kunst – Bau, Kunstsammlung der Landeszentralbank in Rheinland-Pfalz und im Saarland, S.122, 141

Bild Wort - Wort Bild. Commun. Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (Hg.). Ausstellungskatalog Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. Saarbrücken 2000, S. 18

Heldenmythen – Heldentaten – Heldentod, Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (Hg.) 2015

Alles Fußball – oder was? – Museum St. Wendel/Stiftung Dr. Walter Bruch, Katalog Drs. Cornelieke Lagerwaard, 2006, S. 15

Werner Schwarz – Holzschnitte, Stadtmuseum St. Wendel, 2007

 


Was ich (aus) zu sagen habe!

 

Wenn man meine Bilder betrachtet, so wird sofort auffallen, dass es sich bei meinen Bildern oftmals um Landschaften, Architektur-Porträts und Stilleben handelt – also eine eng begrenzte Auswahl von Themen! – Aber gerade diese beschränkte Auswahl von Sujets bietet mir die Möglichkeit die ganze Palette technischer, malerischer und kompositorischer Möglichkeiten auszuschöpfen. – Übrigens eine Vorgehensweise, die in der Kunstgeschichte eine Reihe von Parallelen hat, erinnert sei hier Bsp. an die Stilleben von Morandi).

Im Katalog zur Landeskunstausstellung 1997 beschreibt Lorenz Dittmann meine Bilder als Malerstilleben, die mit kräftigen Pinselstrichen, grau, weiß und braun in der Farbhaltung, die Motive nur ahnbar, ausgeführt sind. - Sicherlich hat sich die Farbgebung der Bilder seitdem verändert - doch - wenn Gegenstände ahnbar oder manchmal nur schwach erkennbar sind, dann trifft diese Aussage zwar verkürzt - aber im Kern mein künstlerisches Anliegen.

Ungemein wichtig für mich ist die Feststellung, daß ich Gegenstände male oder ins Holz schneide, ein Teil meiner Kunst also gegenständlich ist. Dies bedeutet freilich nicht, dass solche Gegenstände naturalistisch oder realistisch gemalt sind. Davon bin ich, wie man an meinen Bildern sehen kann, weit entfernt. Ich spreche hier lieber von figurativer Malerei. Mein Anliegen verstünde man allerdings falsch, wenn man mir unterstellte, gegen die künstlerischen Ziele der Abstrakten oder richtiger gesagt Gegenstandslosen anzumalen und zu polemisieren. Dies ist ganz und gar nicht mein Anliegen, sondern ich möchte ausdrücklich betonen, dass meine Bilder in Teilen ebenfalls gegenstandslos, non-figurativ – sind. Als Maler oder Grafiker muss man abstrahieren, d.h. weglassen, vereinfachen, nur das hat ja etwas mit Gestalten zu tun.

Das oben Gesagte hängt natürlich eng zusammen mit meiner großen Wertschätzung für bestimmte Stilrichtungen der modernen Kunst, so für den Abstrakten Expressionismus oder das sogenannte Informel, für Künstler wie Jackson Pollock oder Willem de Kooning. Besonders schätze ich die Malerei der sogenannten Londoner Schule mit Künstlern wie Francis Bacon, Lucian Freud, Frank Auerbach, Ronald B.Kitaj u.a., allesamt Künstler, die erklärtermaßen den Gegenstand in ihrer Malerei zu seinem Recht kommen lassen.

Der Kern aller Malerei liegt in ihrer malerischer Sinnlichkeit, einer Sinnlichkeit, die die sogenannten Neuen Medien nicht oder noch nicht besitzen - und dieser Begriff Sinnlichkeit beinhaltet für mich sehr viel. (So wurde einmal auf einer offiziellen Internetseite des Saarlandes die Malerei für tot oder zumindest für antiquiert erklärt, wohingegen die Neuen Medien fast als ausschließliches Mittel für eine zeitgemäße künstlerische Äußerung zugelassen werden sollten! - Randbemerkung: Schon mit der Erfindung der Fotografie, wollte man der Malerei keine lange Überlebenschance einräumen, - trotzdem lebt sie noch immer.)

Die Sinnlichkeit der Malerei liegt begründet im Umgang mit dem Material, vor allem mit der Farbe und deren Konsistenz. Ich wähle daher immer noch die etwas zähe, manchmal auch - je nach Verdünnung - geschmeidige Ölfarbe. Acrylfarben benutze ich fast ausschließlich zur Untermalung.

Ein weiterer Ansatzpunkt meiner Malerei liegt in der Auseinandersetzung mit der richtigen Komposition eines Bildes. Ich verstehe darunter das Spiel mit den bildnerischen Mitteln wie dem Erzeugen von Harmonien oder Kontrasten, dem Einsatz von zeichnerischen oder malerischen Strukturen, dem Aufspachteln dem Wegkratzen oder Neu-Arrangieren von Farbmassen beim Bewältigen der Leinwandfläche. So kommen beim Malvorgang nicht nur Pinsel oder Spachtel zur Anwendung, sondern auch schon einmal eine Maurerkelle oder es wird mit irgendwelchen Gerätschaften in die Bildfläche gekratzt. Kurzum – während des Malvorgangs kann alles Mögliche, was gerade greifbar ist, eingesetzt werden, um den gewünschten Ausdruck zu erreichen.

Neben dieser expressiv, ja sogar brutal erscheinenden Vorgehensweise werden manche Bildpassagen sehr vorsichtig ausgeführt. Hier wird Farbe sehr konzentriert aufgetragen, jeder Pinselstrich millimetergenau hingesetzt.

Andere Stellen werden bewußt nachlässig, fahrig, unkonzentriert behandelt. Hier möchte ich dem Zufall freien Lauf, oder besser formuliert - sein Recht lassen. Pastose Malerei wechselt ab mit lasierender Malerei, Schichten verschiedener Konsistenz überlagern sich, mal legt sich Malerei über Zeichnung, dann umgekehrt Zeichnung über Malerei. So kann der Herstellungsprozess oft auch ein Prozess der Zerstörung sein. Das Überdecken, das Kratzen, Wegschaben, Verlagern von Farbmassen, das Überspachteln, das Auflösen, Wegheben und Freilegen von Malschichten - dies alles sind für mich wesentliche Schritte in Richtung zu einem guten Bild.

So wünsche ich mir, daß der Betrachter diesen Entstehungs- oder besser formuliert Werkprozeß nachvollziehen könnte, ein Prozeß, der im übrigen nicht immer mit Konsequenz und absoluter Sicherheit vonstatten geht, sondern oftmals mit Versuch und Irrtum einhergeht.

Die wichtigste Frage, die sich beim bildnerischen Vorgang stellt, ist die, wann ein Bild fertig oder sagen wir richtig ist; natürlich ist ein Bild nicht fertig, wenn es etwas Gesehenes oder auch Gedachtes richtig wiedergibt, eine Position, die schon seit über hundert Jahren ihre Gültigkeit besitzt - leider aber oftmals noch nicht zur Genüge verstanden wird. Wann ein Bild fertig ist, bleibt eher eine Sache des Gefühls als des Intellektes, diese Entscheidung zu treffen ist manchmal leicht, fällt manchmal aber auch sehr schwer - wie schnell man übrigens ein Bild "kaputt gemalt" hat, wird jeder bestätigen können, der schon einmal einen Pinsel in die Hand genommen hat - manche Bilder werden übrigens nie fertig – andere, die als fertig angesehen waren, werden Jahre später wieder übermalt! ... Der Betrachter meiner Bilder soll sich nicht nur im konservativen Sinne erfreuen, sondern er soll arbeiten, er soll nachvollziehen können wie das Bild entstanden ist, sich in den Prozess hineinversetzen können - Irritationen eingeschlossen!